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Foto:Ava Gardner

Sie schützen unsere Augen vor Regen, Schweiß und Feuchtigkeit, geben unserem Gesicht einen Rahmen und sind essentiell für das Wiedererkennen von Gesichtern: unsere Augenbrauen. Von Monobrauen zu Zeiten Frida Kahlos über dünn gezupfte oder gar wegrasiert und tätowierte Linien in den 00er-Jahren – wir erinnern uns alle nicht gerne an den anfänglichen Look von Gwen Stefani und Daniela Katzenberger – bis hin zu dunklen, buschigen Brauen im Stil von Cara Delevigne und Lilly James – kaum ein Schönheitsmerkmal hat sich im Laufe der Geschichte so häufig verändert, wie sie. Mittlerweile hat sich die Augenbraue in einem natürlichen Mittelmaß eingependelt, bei der auch gerne einzelne Härchen aus der Reihe tanzen dürfen. Doch wie so oft, sind Geschmäcker verschieden. Ob buschige Statement-Braue oder in Form gezupft ist jedem selbst überlassen. Wichtig ist, dass die Brauen zur Form des Gesichtes passen. Mit unseren Tipps habt auch ihr den Bogen raus!

Die passende Form für unser Gesicht

Leider entsprechen unsere Augenbrauen nicht immer dem Schönheitsideal oder zumindest dem, was wir uns wünschen. Generell lässt sich aber sagen: Mutter Natur hat sich bei unserer Augenbrauen-Form meist etwas gedacht. Wir sollten also nicht wild drauf los rupfen, sondern uns an der natürlichen Form unserer Augenbrauen orientieren und diese lediglich ein wenig optimieren. Runden Gesichtern stehen breite Augenbrauen mit angewinkeltem, strukturiertem Schwung oder generell eckig gezupfte Brauen am besten. Sie lassen das Gesicht wohlproportioniert und schmaler erscheinen. Im Umkehrschluss passen zu eckigen, markanten Gesichtern eher Brauen, die rund gezupft wurden, denn sie lassen das Gesicht weicher wirken. Auch sollten die Brauen dann eher flach und ohne Bogen geformt sein. Beides verkürzt das Gesicht optisch und lässt es ein wenig voller erscheinen. Bei ovalen Gesichtern sind dichte, definierte Brauen mit Schwung die beste Wahl: sie lenken die Aufmerksamkeit auf das Auge und unterstützen die Gesichtsform. (Zu) dünne Augenbrauen hingegen lassen ovale Gesichter noch rundlich wirken. Wer ein herzförmiges Gesicht hat, ist mit weichen, abgerundeten Brauen-Bogen am besten beraten – sie lassen die Gesichtszüge weniger hart wirken. Damit die Stirn schmaler wirkt, lässt man die Augenbrauen sanft nach hinten auslaufen oder verkürzt die Brauen am äußeren Ende ein wenig.

Am einfachsten – und schmerzfreisten – geht das Zupfen der Brauen nach dem Duschen. Durch das warme Wasser und den damit verbundenen Dampf öffnen sich unsere Poren und die Haare lassen sich leichter entfernen. Wem es trotzdem vor der schmerzhaften Prozedur graut, dem sei gesagt: Im Gegensatz zu den Haaren an Beinen und Armen wachsen unsere Augenbrauen um einiges langsamer. Somit ist ein erneutes Zupfen meist erst nach vier bis acht Wochen nötig. Allerdings nicht im Sommer: da ist es wiederum normal, dass die Brauen durch die Sonne und Wärme schneller wachsen als sonst.

Mit Hilfe einer speziellen Bürste oder auch einfach mit einer ausrangierten, sauberen Zahnbürste werden die Brauen gekämmt. Mittlerweile gibt es auch Schablonen, die euch dabei helfen, die richtige Form zu finden. Überschüssige Haare werden am besten mit einer Schere gekürzt und einer Pinzette mit angeschrägter Kante in Haarwuchsrichtung entfernt. Gut zu wissen: je mehr Spannung die Pinzette hat, desto besser greift sie feine Härchen. Ein weiterer Tipp: Beim Zupfen immer wieder ein paar Meter vom Spiegel wegtreten, um das Zwischenergebnis begutachten zu können. So vermeidet man das Risiko, zu viele Härchen zu entfernen.  Ach und bitte NIEMALS die Haare über der Braue zupfen – mit ihnen steht und fällt die natürliche Form. Das Gleiche gilt für die Länge der Augenbrauen. Vereinzelt störende Härchen zwischen den Augenbrauen sollten komplett entfernt werden. Die Geübten unter uns können statt zur Pinzette auch gerne zu speziellen Augenbrauen-Wachsstreifen greifen. Viele weitere Tipps zur idealen Form und Farbe und wie ihr sie bekommt, gibt es übrigens in diesem Artikel.

Fun Fact: Viele von uns überkommt beim Zupfen der Augenbrauen der plötzliche Drang zu niesen, vergleichbar mit dem Nies-Reiz, wenn man in die Sonne blickt. Dieser Nies-Reiz hängt mit der Stimulation des sogenannten Nervus trigeminus zusammen: er spaltet sich in drei Hauptnervenstränge auf, die auch unsere Nasen- und Augenbrauenregion erreichen und Reize der Augen und Kieferregion in unser Gehirn weiterleiten. Bringt man seine Brauen in Form, wird der Nerv gereizt. Oft zuckt dann auch das Augenlid automatisch mit.

Die richtige Pflege

Oft vergessen wir beim Eincremen unseres Gesichtes, dass unsere Augenbrauen einer besonderen Pflege bedürfen. Damit sie möglichst lange gesund aussehen, müssen wir uns entsprechend gut um sie kümmern. Damit sich unsere Brauen nachts regenerieren können, empfiehlt es sich, ein Augenbrauenserum aufzutragen. Darin enthaltene Öle pflegen und stärken die Haare. So bleiben die Augenbrauen voll und dicht und fallen weniger aus. Gesichtscremes hingegen können das Wachstum der Härchen verlangsamen oder sie sogar ausfallen lassen. Rötungen und Schwellungen nach dem Zupfen sind übrigens ganz normal und verschwinden eigentlich auch von allein wieder. Wer möchte, trägt nach der strapazierendes Rupferei einfach ein feuchtigkeitsspendendes und  pflegendes Gel auf.

Schöne Brauen mit Hilfe von Pinsel und Farbe

Wer früher zu rabiat gerupft hat, kennt es vielleicht: es wächst so gut wie nichts mehr. Das liegt daran, dass Augenbrauen sehr empfindlich sind. Auch vermehrter Stress führt dazu, dass unsere Brauen langsamer oder mitunter gar nicht mehr wachsen. Wem es an Fülle und Farbintensität mangelt, der greift zu Augenbrauenstiften, farbigem Augenbrauen-Gel oder ganz einfach Farbe und Pinsel. Hier sollte man allerdings darauf achten, nicht zu viel Farbe aufzutragen. Sonst wirkt es schnell unnatürlich. Blonden Typen sollten bei der Wahl der Fabre darauf achten, dass die Augenbrauenfarbe einen Grauanteil enthält, weil sonst ein unnatürlicher Braunton entstehen kann. Für einen modernen Look kann man seine Augenbrauen auch ein paar Nuancen dunkler als die Haarfarbe färben oder schminken. Beim Schminken sollte darauf geachtet werden, feine Linien zu zeichnen, um einen natürlichen Look zu erzielen. Auch sollte man seine Brauen nie von innen nach außen nachzeichnen. Meist sind Augenbrauen am äußeren Ende dünner und brauchen deshalb an dieser Stelle mehr Definition. Fängt man innen an, trägt man oft zu schnell zu viel Farbe auf. Ein Geheimtipp ist der sogenannte Browlighter: Hier wird einfach über und unter den Brauen ein wenig Highlighter auftragen – so wirkt der Blick sofort wacher. Allgemein gilt: Unsere Augenbrauen sollten immer zu unserem Make-up passen. Am Tag eher dezent, abends dafür gerne dramatisch.

Haarentfernung und Färben bei der Kosmetikerin

Wer sich das Zupfen und Färben nicht selbst zutraut, geht einfach zum Kosmetiker. Je nach Gesichtsform sowie Augen- und Haarfarbe des Kunden wird die Farbe und Form der Brauen individuell angepasst und mit Hilfe von Waxing, Sugaring, der Faden-Technik und anschließend Gel oder Wachs in Form gebracht. Die effektivsten Methoden zur Haarentfernung sind Waxing und Sugaring: Beim Waxing wird Warmwachs auf die Haare aufgetragen und anschließend entgegen der Wuchsrichtung entfernt. Beim Sugaring hingegen wird eine leicht unter Körpertemperatur warme Zuckerpaste verwendet, die wiederum in Wuchsrichtung entfernt wird. Da die Zuckerpaste aus natürlichen Inhaltsstoffen besteht und somit sehr hautfreundlich ist, eignet sich diese Methode auch für empfindliche und zu Allergien und Hautunreinheiten neigende Typen.

 Microblading vom Fachmann

Wer es früher übertrieben hat oder wem aus krankheitsbedingten Gründen keine Brauen (mehr) wachsen, muss heute glücklicherweise nicht mehr zum Tätowierer gehen. Und auch immer mehr „normale“ Frauen, die schlicht und einfach keine Lust mehr auf das tägliche Make-Up-Prozedere haben, gehen zum Fachmann. Was früher das Permanent-Make-Up war, ist heute das Microblading. Die neuartige Methode stammt eigentlich aus Asien, soll eine der ersten Tätowier-Techniken überhaupt sein und verspricht weitaus mehr Natürlichkeit als andere Behandlungsmethoden.

Durch die feine Zeichnung der Härchen wirkt das Ergebnis sehr natürlich und trägt zu einem sehr natürlichen Erscheinungsbild der Augenbrauen bei. Der wichtigste Unterschied zu Permanent-Make-up ist, dass die Härchen manuell in die Haut geritzt und nicht mit einer Tätowiernadel gestochen werden. Erst wird die ideale Augenbrauenform ausgemessen und vorgezeichnet, anschließend werden mit einer Art Skalpell feine Linien in die Haut geritzt. Zum Abschluss werden die eingeritzten Hautstellen mit einer Pigmentierfarbe aufgefüllt. So lassen sich  dreidimensionale Härchen modellieren, die von echten Augenbrauenhärchen kaum zu unterscheiden sind.  Doch wie so oft ist auch dieser Effekt nicht von Dauer: je nach Hauttyp und Alter muss die Prozedur etwa alle drei bis fünf Jahre wiederholt werden.