Hotline 06131 / 250 209 5

Wir sollen immer „Cheese“ (engl. Käse) sagen, wenn wir fotografiert werden. Alles Käse oder ist da etwas Wahres dran? Was der Kalziumlieferant mit der Gesundheit unserer Zähne zu tun hat, und was bei der richtigen Zahnpflege unbedingt vermieden werden sollte, lesen Sie hier.

Gesunde, weiße Zähne sind seit jeher eines der wichtigsten Schönheitsideale. Die häufigsten Zahnschäden gehen jedoch nicht auf mangelnde Mundhygiene oder schlechte Zahnpflege zurück, sondern sind ein Anzeichen für falsche Ernährung. Denn zucker- und säurigehaltige Nahrung erschüttern den natürlichen PH-Wert im Mundraum und führen zu Zahnerosionen, die die Gesundheit der Zähne langfristig schädigen können.

Idealerweise liegt der PH-Wert in der menschlichen Mundhöhle zwischen 6 (leicht sauer) und 7 (neutral). Kritisch wird es, wenn der Wert jedoch auf unter 5,5 fällt. Denn diese zu saure Umgebung löst Mineralstoffe aus dem Zahnschmelz und machen den Zahn weich und angreifbar.

Säuren durch Richtige Zahnpflege ausgleichen

Säuren kommen in den unterschiedlichsten Formen in Lebensmitteln vor. Beispiele hierfür sind Ascorbin- Wein-, Apfel- oder Zitronensäure. Diese sind unter anderem in alltäglichen Nahrungsmitteln wie Essig (z.B. Essiggurken und andere eingelegte Esswaren), Obst (beispielsweise Zitronen, Kiwi; vor allem Zitrusfrüchte) und somit auch aus Obst hergestellte Produkte wie Säfte, Limonaden und Marmeladen, wobei die weiterverarbeiteten Produkte noch aggressiver auf den Zahnschmelz wirken als das Obst als Ausgangsprodukt.

Besonders erosiv wirken Säfte aus Orangen und Äpfeln, aber auch die so schonend wirkenden Früchtetees und Gemüse wie Tomaten und Paprikaschoten können den Zahnschmelz nachhaltig schädigen. Vielleicht kennen sie das stumpfe Gefühl der Zähne nach Konsum von Zitrusfrüchten – das ist die unmittelbare Erstwirkung der darin enthaltenen Säuren, die die Zahnoberfläche aufweicht.

shutterstock_124371586Auch Limonaden, Eistee und andere Softdrinks enthalten viele dieser Säuren. Diese sind jedoch nicht natürlichen Ursprungs, sondern werden von den Herstellern bei der Produktion als Zusatzstoff hinzugefügt, meist um die Getränke zu konservieren. Jedoch besteht kein Unterschied zwischen natürlich vorkommenden und später hinzugefügten Säuren – beide sind gleich schädlich. Oft weisen Softdrinks extrem saure PH-Werte von 2 bis 3 auf, und sind damit ein echter Zahnschmelz-Killer. Der so gesund geglaubte Orangenwert weist mit 3,5 auch einen gefährlich niedrigen PH-Wert auf und kann unser Gebiss schädigen.

Die gleichzeitige Aufnahme von Kohlenhydraten, vor allem Zucker, verstärkt die angreifende Wirkung der Säuren noch weiter. Denn die Kohlenhydrate begünstigen die Entstehung von dem allseits gefürchteten Karies. Diese Bakterien leben nämlich von der Saccharose in unseren Nahrungsmitteln – und scheiden nach dessen Verwendung weitere Säuren aus, die den Zahn noch intensiver beschädigen. Kohlenhydrate in Form von Stärke sind hierbei unbedenklich, da die Bakterien diese nicht verwerten können. Beim Konsum von Nudeln und anderen Teigwaren besteht also wenig Gefahr – sie können sogar eine unterstützende Wirkung haben, da intensives Kauen von Lebensmittel die Speichelproduktion anregt.

Der Speichel als Zahnpflege-Wunderwaffe

Der Speichel bildet ein natürliches Schutzschild gegen die kariogenen Bakterien und hilft so, diese abzuwehren und den natürlichen Schutz des Zahnschmelzes zu wahren. Ein Faktor hierbei ist das Fluorid, einer der Hauptbestandteile des Zahnschmelzes, der bei der Speichelproduktion als Nebenprodukt entsteht. Das Fluorid macht den Zahn nicht nur stärker und widerstandsfähiger, er schützt auch vor schädlichen Einflüssen und behindert außerdem auch die Plaquebildung, die nicht nur schädlich für die Gesundheit des Zahnes ist, sondern auch das schöne Zahnweiß, dass wir alle durch gute Zahnpflege erreichen wollen, gelblich verfärbt. Des weiteren enthält der Speichel auch weitere, zahnschonende Stoffe wie Kalzium, Magnesium und Phosphor, die ebenfalls zur natürlichen Mineralisierung beitragen.

Wer viele säurehaltige Lebensmittel zu sich nimmt, sollte den Konsum also nicht nur reduzieren, sondern auch durch remineralisierende Hilfs- und Lebensmittel ausgleichen. Ein unterstützender Aspekt der Zahnpflege kann hierbei beispielsweise eine fluoridhaltige Zahnpasta sein. Doch bei der Verwendung dieser Zahnpasta sollten Sie darauf achten, diese nicht zu Verschlucken, denn auch die übermäßige Aufnahme dieses Mineralstoffs kann auch negative Konsequenzen mit sich tragen. Andere Fluorid-Lieferanten sind unter anderem Grün- und Schwarztee, Fisch, Vollkornprodukte und Mineralwasser.

Auch die ausreichende Flüssigkeitsaufnahme, vor allem während und nach Mahlzeiten, ist eine wichtige Säule der Zahnpflege. Denn ähnlich wie der Speichel spült die Flüssigkeit Nahrungsreste fort und gibt den Bakterien und Säuren weniger Chancen, den Zahnschmelz anzugreifen. Trinken Sie hierzu am besten natürliches Mineralwasser, denn es ist basisch und somit PH-Neutral.

Käse, Kauen, Kalzium

Kommen wir zurück zum Käse – kann der Käse dazu beitragen, den Zahn nachhaltig zu schützen? In der Tat, Käse weist einen antikariogenen Effekt auf! Der Konsum von einem Stück Käse kann den Mineralstoffabbau im Mund nach der Einnahme zuckerhaltiger Lebensmittel um bis zu 70% senken und ist damit ein echter Säure-Blocker und ein schmackhafter Helfer bei der Zahnpflege.

Denn durch das Kauen des Käsestückes wird nicht nur viel Speichel freigesetzt, sondern auch die im Käse enthaltenen Fette und Proteine bilden eine schützende Schicht um den Schmelz. Des Weiteren enthält Käse wie auch der Speichel die remineralisierenden Stoffe Kalzium und Phosphat.

Wer glaubt, direktes Zähneputzen nach dem Verzehr von säurehaltigen Lebensmitteln hilft, der sei gewarnt: Durch das direkte Bürsten wird der ohnehin schon aufgeweichte Zahnschmelz nur noch weiter angegriffen. Um dies zu vermeiden, sollten Sie Ihrem Kauapparat eine Pause gönnen. Deshalb sollte der Mund nur mit Mineralwasser gespült werden. Bis zum nächsten, gründlichen Zähneputzen sollten Sie 60-90 Minuten pausieren.

Bleaching kein Ersatz für richtige Zahnpflege

Eine häufig angewandte Methode zur kosmetischen Schönheitskorrektur der Zähne ist das sogenannte Bleaching. Bei diesem Verfahren wird der Zahn durch die Verwendung von bleichenden Stoffen wie Wasserstoffperoxid aufgehellt. Aber Achtung! Auch das Bleachen ist ein Angriff auf den empfindlichen Zahnschmelz und greift auch aggressiv das Zahnfleisch an und ist kein Ersatz für geeignete Zahnpflege!

Sollten Sie den Wunsch nach einem strahlenderen Zahnweiß empfinden, sollten Sie diesen ausführlich mit Ihrem Zahnarzt besprechen und nicht auf Home-Bleaching-Kits zurückgreifen. Denn Fehler bei dieser Prozedur können dauerhafte Schäden zurücklassen, die auch durch die Zahnpflege nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Versuchen Sie, ihre Zähne auf natürliche Weise durch die richtige Ernährung und Zahnpflege weiß zu halten. Vermeiden Sie färbende Stoffe wie Kaffee und Nikotin und achten Sie auf eine ausgewogene Flüssigkeitsaufnahme.

Eine gesunde, zahnschonende Ernährung sollte also aus nur wenigen säurehaltigen Nahrungsmitteln bestehen. Ein kompletter Verzicht ist nicht von Nöten – Genuss in Maßen, und nicht in Massen, ist die Devise bei der richtigen Zahnpflege. Achten Sie im Alltag bewusster auf den Umgang mit diesen Säuren und versuchen Sie, diese durch Mineralien wieder auszugleichen. Häufiges Durchspülen des Mundraumes ist unerlässlich. Außerdem sollten Sie versuchen, unterstützende Stoffe wie Kalzium, Fluorid und Phosphor stärker in Ihre Ernährungpalette einzubringen.

Wenn Sie diese Tipps beherzigen, werden Sie lange Spaß an Ihren gesunden, strahlenden Zähnen haben. Was ist Ihr Geheimtipp für starke, gesunde Zähne?

Ein strahlendes „Cheese“ aus Mainz und liebe Grüße,
Ida