Viele Menschen sagen bei klirrender Kälte gerne mal, dass sie eine Kälteallergie haben. Die ist aber in der Regel eher psychisch als physisch. Heißt im Klartext: Man friert und hat einfach keine Lust an die frische und eiskalte Luft zu gehen. Doch die Kälteallergie gibt es wirklich. Hunderttausende Menschen in Deutschland leiden darunter in unterschiedlichen Schweregraden. Ab dem Herbst bis in den herannahenden Frühling hinein können schon kurze Spaziergänge draußen unangenehme Folgeerscheinungen haben. Doch was geschieht im Körper und was kann man tun, wenn man betroffen ist?

Das passiert bei der Kälteallergie

Die Kälteurtikaria, so der medizinische Fachbegriff, ist im eigentlichen Sinne keine Allergie, da im Körper keine Antigen-Antikörperreaktion hervorgerufen wird. Dennoch ähneln die Symptome denen einer Allergie. Schon der kurze Kontakt mit einem kalten Gegenstand führt bei den Betroffenen zu einem schnell einsetzenden Juckreiz. Rötungen und Schwellungen können auftreten. Anschließen können sich Quaddeln bilden, wie man sie von der Berührung mit Brennnesseln kennt. Im Körper spielt sich dabei immer dieselbe Reaktion ab. Sobald ein kalter Gegenstand auf die Haut trifft, verklumpt ein bestimmtes Protein, was zur körpereigenen Ausschüttung von Histaminen an der Berührungsstelle führt.

Auch im Sommer vorsichtig bleiben

Bleibt es dabei, kann eine Kälteallergie gut mit Allergiesalben oder Histaminblockern bekämpft werden. In schwereren Fällen kann auch Antibiotika gute Dienste leisten. Dennoch sollten Betroffene aufpassen. Im Winter ist dicke Kleidung in Kombination mit Handschuhen, Schal und Mütze Pflicht. Die Gesichtshaut bedarf zusätzlich einer guten Gesichtspflege und kann zusätzlich mit einer Fettcreme eingerieben werden, um sie so gut wie möglich vor der Kälte zu schützen. Doch auch im Sommer lauern gefahren: Ein kühles Bad im Baggersee oder Wechsel-Duschen können zu ernsthaften Problemen führen. Dann nämlich, wenn plötzlich besonders viel Histamin ausgeschüttet wird und der Körper mit Atemnot, Blutdruckabfall, Kopfschmerzen oder Kreislaufproblemen reagiert.

In jedem Fall sollte der Verdacht auf eine Kälteallergie abgeklärt werden. Der Hautarzt macht dafür einen Test mit einem Eiswürfel und schaut sich die Reaktion der Haut an. Eine antiallergische Salbe sollte zur Grundausstattung der Handtasche gehören. Schlimmere Fälle gehören immer in die Hand eines erfahrenen Mediziners.

Ihre Heike Ackermann